
Ansprache zum Ende des Jahres 2006
Liebe Brüder, liebe Schwestern, liebe Freunde und Gäste,
auch das Jahr 2006 ist schon fast wieder vergangen. In kurzer Zeit beginnt ein neues Jahr.
Wollen wir das Alte jetzt ganz hinter uns lassen und einzig und allein nur auf das Neue schauen, was kommen mag?
Sicherlich nicht nur. Lasst uns diese Stunde nutzen, um uns das Vergangene noch einmal vor Augen zu führen.
Das Jahr 2006 begann für fast alle aus der Taizé-Gruppe hier an diesem Ort. Mit der Stille begonnen wir das neue, jetzt nun fast vergangene Jahr. Wir feierten einen sehr schönen, vor allem aber emotionalen Gottesdienst, in dem wir die Möglichkeit hatten, all das, was wir entweder anderen oder uns selbst oder Gott schuldig geblieben sind, gemeinschaftlich und ehrfürchtig im Feuer des Friedens vor dem Gemeindehaus zu verbrennen, symbolisch dafür, dass Gott unsere Schuld und unser Vergehen aus Liebe und Gnade von uns nimmt.
Mit einer munteren Karaoke-Party ließen wir die Nacht letztendlich ausklingen.
Die meisten von uns erinnern sich sicher vor allem an die vielen Aktionen, die wir ausgestaltet haben. Wir folgten Einladungen anderer und ließen Menschen an unseren Gebeten teilhaben, mal mehr Menschen, mal weniger.
Wir denken dabei an den Gottesdienst in Sinn, an unseren Messestand auf dem JustGo-Kirchentag in der Frankfurter Jahrhunderthalle und nicht zuletzt an den Aktions-Höhepunkt schlechthin, die Nacht der Lichter in der Friedberger Stadtkirche im Rahmen des Jugendkirchentages. Auch Taizé-Gebete in Hohensolms, Breitscheid und Burg sowie die Nacht der Lichter in Cleeberg zählten zu unserem Programm auf dem Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde.
Allen gemeinsam ist, dass wir dabei ein Licht für andere sein wollen, ein Anstoß oder eine Inspiration zum Leben, zum gemeinschaftlichen Leben im Licht Gottes, was auch das Thema unseres vergangenen Silvestergottesdienstes war.
Höhepunkt und Kern von allem war jedoch wieder einmal die Taizé-Freizeit im August. Viele waren schon häufiger in Taizé, andere noch gar nicht. Am 30. Juli machten wir uns mit vielen „Neu-Interessenten“ und 3 Kleinbussen mit etwas Verspätung auf den Weg nach Taizé.
Jeder von denen, die dort waren, verspürte eine Art Kraft, die sich auf sie oder ihn ausübte und jeder auf eine andere Art.
Beeindruckt und mit neuer Hoffnung gestärkt ging es nach einer Woche wieder nach Hause, nach einer Woche voll neuer Eindrücke, Erfahrungen und persönlichen Auseinandersetzungen.
Auch das Taizé-Wochenende mit der anschließenden Nacht der Lichter Ende September war einer der Höhepunkte des Jahres und ließ Erinnerungen an Taizé noch einmal wach werden.
Aber nicht alle von uns haben das Jahr nur in guter Erinnerung. Für einige von uns galt es Probleme oder Leid zu bewältigen, manche denken an Streit oder Trennungen zurück, andere an den Verlust eines lieben Menschen.
Aber der Herr hat uns aus dem Dunkel wieder ins Licht geführt und uns eine Tür aufgetan.
Aber auch außerhalb der Aktivitäten der Taizé-Gruppe hat sich einiges verändert.
Manche haben Kurse oder Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, einige sind jetzt mobil, so mancher hat seine bessere Hälfte gefunden und andere wiederum sind noch einen Schritt weiter gegangen, haben sich verlobt und ein gemütliches Eigenheim gefunden, umgebaut und neu eingerichtet.
So lasst uns das neue Jahr voller Hoffung und Zuversicht beginnen und die Jahreslosung, die wie folgt lautet, mit uns nehmen.
Gott spricht:
Siehe, ich will ein Neues schaffen,
jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht.
Jes 43,19 a