
Begrüßung:
- Alle Willkommen heißen zu Kathis Abschiedsgottesdienst
- Wir beginnen unseren Festtag mit einem Gottesdienst, und feiern anschließend in der Vogelhütte weiter
- Abschiedsgeschenk, Unterschriften, Rückseite
- Ablauf erläutern: Gesängen, Stille
- Kathis Abschiedsgottesdienst passt nicht: Dankeschön- Gottesdienst. Wir Danken und loben Gott heute für die Gemeinschaft, die er uns allen schenkt
Kurze Gedanken von Fere Roger:
„Tief im Menschen liegt die Erwartung einer Gegenwart, das stille Verlangen nach einer Gemeinschaft. Regen sich Zweifel? Das Verlangen nach Gott erlischt deshalb nicht. Vier Jahrhunderte nach Christus schrieb eine Glaubender (Augustinus) voll Gewissheit: „Wenn dich danach verlangt, Gott zu schauen, hast du bereits Glauben“. Zunächst kommt es nicht auf umfangreiches Wissen an. Es hat seinen Wert. Aber der Mensch beginnt das Geheimnis des Glaubens zuerst mit dem Herzen, tief im Innern, zu erfassen. Und allmählich wächst inneres Leben. Es zeigt sich, dass der Glaube, das Vertrauen auf Gott, etwas ganz Einfaches ist, so einfach, das alle ihn annehmen können. Er ist wie ein tausendfach erneuerter Schritt, ein Leben lang, bis zum letzten Atemzug.“
- Wir beginnen den Gottesdienst mit einem Lobpreis: Alleluia 96
Ansprache:
Schlagt jetzt bitte schon das nächste Lied auf: Nr. 139
Liebe Schwestern und Brüder!
Heute ist für uns alle ein besonderer Tag. Wir haben die Gelegenheit voller Dankbarkeit auf die letzten Jahre zurückzuschauen.
Ich möchte an dieser Stelle keine Biographie vorstellen, aber trotzdem ganz kurz zu den Wurzeln der heutigen Taizé- Gemeinschaft zurückkommen, die uns alle heute hier zusammengeführt hat.
Wir schreiben das Jahr 2004: Eine Gruppe von 11 Personen ist nach einer Woche Klosterurlaub auf der Heimreise.
Als die Gruppe plötzlich in eine Vollsperrung der Autobahn gerät ist dieses nicht schlimm, Ganz im Gegenteil:
Ich habe dieses Bild heute noch vor Augen, wie alle singend und tanzend über die Autobahn gehopst sind.
Der Unterschied zu den vergangenen Jahren war, das niemand das Bedürfnis hatte nach Hause zu kommen, mit der Angst, das mit dem Autotür öffnen zuhause alles, was in so einer Woche an Gemeinschaft wächst und entsteht vorbei ist.
2 Wochen später habe ich einen Brief an die Teilnehmer verfasst, aus dem ich jetzt ein paar Sätze zitieren möchte:
„So unterschiedlich wie wir alle sind, so ausgeglichen war oder ist unsere Gruppe. Die vergangenen Jahre hatte ich immer wieder das Problem in meinen Alltag zurückzufinden, ich nenne es einfach mal „Taizé- Loch“!
Wie diese Geborgenheit und Ausgeglichenheit mit in den Alltag übernehmen? Wie Freré Andreas bei dem Gespräch zu uns sagte: „Eine Woche bei Gott in Frankreich.“ Gott ist überall;
Warum haben wir in Taizé das Gefühl Gott besonders nahe zu kommen, und wie können wir Gott bei uns zu Hause so nahe kommen ?
Wie dieses Licht aus Taizé an andere weitergeben ?“
Bei der Frage, wie wir diese Gemeinschaft zuhause weiterleben können sind die Freitagstreffen entstanden, die regelmäßig jede Woche stattfinden.
Ein Treffen von Gleichgesinnten, bei dem jeder auch mit Sorgen und Problemen ein offenes Ohr finden kann. Ein Gruppe in der sich jeder geborgen fühlen darf.
Ich sagte eben, das heute ein Tag zum zurückschauen ist, aber Nein, wir schauen heute nach vorne.
Heute ist eine Station, unseres gemeinsamen Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde.
Auch wenn manche von uns in ihrem Leben neue Pfade betreten, dürfen wir alle in der Gewissheit leben, das Gott uns nicht vergisst. Bei ihm ist die Hilfe, bei ihm ist die Geduld, wir verstehen seine Wege zwar nicht immer, aber er weis den Weg für uns.
Bevor wir das Gebet jetzt fortsetzen mit dem nächsten Lied, möchte ich schließen mit Worten von Frere Roger: (Brief2001)
„Wäre uns bewusst, das ein glückliches Leben möglich ist, selbst in den dunklen Stunden.....
Es macht ein Leben glücklich, wenn man sich immer mehr auf die Einfachheit einlässt: Einfachheit im Herzen und in der Lebensgestaltung:
Damit ein Leben schön wird, muss man nicht außergewöhnlich fähig sein, muss einem nicht alles leicht von der Hand gehen:
Glücklich, wer es versteht, sich selbst schlicht hinzugeben.
Geht die Einfachheit mit der Güte des Herzens einher, kann selbst ein mittelloser Mensch um sich herum einen Raum der Hoffnung schaffen.
Ja, Gott will, das wir glücklich sind! Aber er lädt uns ein, nie untätig zu bleiben, nie dem Leiden anderer gleichgültig gegenüberzustehen.
Ganz im Gegenteil: Gott legt uns nahe, schöpferisch zu handeln, und auch in Augenblicken leidvoller Prüfung noch etwas zu tun.
Unser Leben unterliegt nicht den Zufällen eines dumpfen Schicksals. Durchaus nicht! Unser Leben erhält einen Sinn, wenn es zuallererst lebendige Antwort auf einen Ruf Gottes ist.
Wie kann man aber einen solchen Ruf erkennen und herausfinden, was er von uns erwartet?
Gott erwartet, das wir ein Widerschein seiner Gegenwart sind, eine Hoffnung aus dem Evangelium weitertragen.
Wer auf diesen Ruf antwortet, sieht nicht über die eigene Unzulänglichkeit hinweg und bewahrt deshalb die Worte Christi im Herzen:
„Fürchte dich nicht, schenke dein Vertrauen!“
Amen