
Stille
Die Stille ist zentrales Element der Liturgie in den Gebeten von Taizé. Das hat zum einen den Hintergrund, dass der meditative Charakter des Gebetes unterstützt wird und zum anderen die Bewandtnis, dass der Mensch Stille zum Ausgleich und zum ruhig werden benötigt. Auch die einfach gestalteten, sich immer wiederholenden Gesänge dienen dazu, sich ganz auf das Gebet einzulassen, da sich die Lieder sehr schnell einprägen und man sich nicht vorrangig auf das Singen konzentrieren muss, sondern auf den Inhalt.
In der Stille hat man die Möglichkeit, sich ganz auf Gott zu konzentrieren und auf seine Stimme zu hören; nicht selten machen Menschen in Taizé und besonders in intensiver Stille ihre ersten Gotteserfahrungen, Erfahrungen, die Gewissheit geben, dass Gott uns mir ist.
In den Gebeten von Taizé findet die Stille nach der Lesung statt. Man kann sie somit auch zum Reflektieren der Lesung nutzen oder einfach zum stillen Gebet oder zum Freiwerden von seinen Gedanken und Ängsten.
Auch in der kleinen romanischen Dorfkirche kann man die Stille besonders erfahren. Das Gefühl des scheinbaren Allein-Seins mit Gott lässt sich nicht in Worte fassen, sondern nur persönlich erfahren.
Gott kann darüber hinaus dem Menschen in der Stille neue Kraft und Inspiration geben und Zeichen für den persönlichen, richtigen Weg, gemeinsam mit Gott.
Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass wir uns in unserem Alltag entweder keine oder nur sehr wenig Zeit für Gott nehmen. Wir wollen alles können, machen und bestehen, aber beschränken uns nicht auf den Ursprung unseres Sein, wir werden immer oberflächlicher und vernachlässigen Gott. Wir müssen als Christen Gott in uns einen Raum geben, ein Raum, indem er in uns wirken kann und einen Raum, in dem wir auf ihn hören können. Diesen Raum finden wir in der Stille, sie kann uns helfen, vom Alltag abzuschalten und Zeit für Gott zu finden.