
Krofdorfs erster Taizé- Gottesdienst - 01.04.2007
Taizé, Taizé, Taizé. Schon oft gehört, aber was das ist das eigentlich ? Kurze Info hierzu:
„Taizé liegt in Frankreich, in Südburgund. Dort gründete Frère Roger 1940 eine internationale ökumenische Communauté.“ Drei gemeinsame Gebete bilden das Zentrum des spirituellen Lebens. „Seit Ende der fünfziger Jahre kommen zunehmend Jugendliche nach Taizé. Zu Tausenden nehmen sie an den wöchentliche Jugendtreffen mit Gebeten und Gesprächsgruppen teil.“ Wer einmal in Taizé war möchte gern auch zu Hause etwas von dem Geist Taizés und dessen Gebete bewahren und weitergeben. Hierbei raten erfahrene „Taizéfahrer“ wesentliche Elemente für die Vorbereitung ruhiger gemeinsamer Gebete einzuhalten. Eines dieser Elemente ist Musik und Gesang, die von Anfang an im Leben der Communauté wichtig waren. Ein anderes ist der besondere Schmuck des Kirchenraums.
Im sonntäglichen Gottesdienst wurde immer wieder auf diesen besonderen Gottesdienst hingewiesen und sogar darüber hinaus darauf, dass Mitglieder der Gemeinde die Möglichkeit haben, den Gottesdienst mit vorzubereiten. Ein Chor werde die Vorbereitungen und den Gottesdienst begleiten.
Zwei Tage vor diesem Gottesdienst trafen sich Interessierte und schmückten die Krofdorfer Margarethenkirche ganz nach Taizé-Manier. Orangene Tücher, terrakottafarbene Tontöpfe, in die Teelichter platziert wurden und die Verhüllung der Kanzel mit ebensolchen Tüchern gaben der Kirchen den Eindruck eines sich wohlig anfühlenden meditativen Raumes. Unendlich viele Teelichter wurden an den Seiten und den einzelnen Stufen und Absätzen des Kirchenraumes verteilt.
Der Taizé-Gottesdienst fand am 1. April 2007 um 18.00 Uhr statt. Man traf sich also um 15.30 Uhr im Gemeindehaus, um einige der für Taizè charakteristischen Gesänge einzuüben. „Mit Gesängen beten ist eine wesentliche Form der Gottessuche. Kurze, stets wiederholte Gesänge schaffen eine Atmosphäre, in der man beten kann.“ Wunderschön klingen sie, wenn sie mehrstimmig gesungen werden. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung wartete man nicht lange und startete mit dem ersten Gesang. Unter der Leitung der erfahrenen Kirchenmusikerin Ursula Enke und den Chorsängerinnen und –sängern hatten auch eher unerfahrene Gesangstüchtige die Möglichkeit, die meditative Atmosphäre der Gesänge schon beim Üben mitfühlen zu können. Jeder konnte sich selbst einer ihm angenehmen Stimmlage zuordnen. Es war sogar egal, in welcher Sprache man die Lieder sang, da in Taizé alle Lieder gleichzeitig in verschiedenen Sprachen gesungen werden. Und da die Texte der Lieder kurz sind und oft wiederholt werden, waren sie einfach einzuüben. Am Ende der Übungsphase entspannte man sich bei Kaffee und Kuchen und tauschte Erfahrungen aus. Der Gottesdienst selbst begann mit einem kleinen Einzug. Konfirmanden trugen eine Kreuzikone, Kerzen und eine Altarbibel, wie in Taizè üblich. Es folgten zwei Lieder, die später hinzugekommene Gottesdienstbesucher leicht mitsingen konnten. Nach einer Begrüßung und Anleitung zu diesem besonderen Gottesdienst erfolgten in regelmäßig wechselnden Abständen Lesungen und Gesänge. In einer „Stille“ von ca. 8 Minuten hatte man die Möglichkeit, sich völlig seinen Gedanken hinzugeben und die Gebete und Gesänge auf sich wirken zu lassen, was der bewegendste Moment während des gesamtern Gottesdienstes war. Keiner sprach. Man sah nur noch das Lichtermeer, hatte noch die Klänge der Lieder im Ohr und ließ sich tragen von der angenehmen Atmosphäre eines besonders ausgestalteten Kirchenraumes. Eine Predigt gab es nicht. Die gelesenen biblischen Texte und die Stille sprachen für sich selbst.
Wer mehr wissen will, hier die Quellen:
www.taize.fr/de! www.lat-ambachtal.de
Die Gesänge aus Taizé; Neuausgabe, Herder; Ateliers et Presses de Taizé, Taizé/ France 2005
Katharina Enke
